ZUR BESINNUNG
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben. (EG 503,1)
Dies bekannte Lied von Paul Gerhard stimmte der Chor „Frieden“ am 19. April
im Gottesdienst in der Ordenskirche an. Während draußen sich Sonnenschein
und Regen abwechselten – typisches Aprilwetter –, berührten mich die Freude
der Sängerinnen und Sänger am Musizieren und die Fröhlichkeit des Liedes.
Jedes Jahr staune ich neu und freue mich über das Wunder des Frühlings:
Über das leuchtende Gelb der Narzissen und die bunte Vielfalt der Tulpen. Wie
prächtig die Bäume sich schmücken in Blütenträumereien und mit neuem
frischen Grün eingekleidet werden. Hyazinthen und Flieder betören mit ihrem
Duft.
Die ersten warmen Frühlingstage, der Wintermantel, der endlich weggepackt
werden kann, eine Tasse Kaffee auf der Terrasse: Das Leben wird wieder leichter,
luftiger. Ich spüre es in mir und bemerke es auch an anderen: Der Frühling lässt
nicht nur die Natur, sondern auch uns Menschen aufleben!
Damit eine Pflanze aufblühen kann, braucht es Sonne und Regen und genü-
gend Nährstoffe. Aber: Was braucht es, dass ein Mensch aufblühen kann?
In der Bibel findet sich im Buch des Propheten Jeremia diese Antwort:
Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den HERRN verlässt
und dessen Zuversicht der HERR ist.
Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt,
der seine Wurzeln zum Bach hin streckt.
Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht,
sondern seine Blätter bleiben grün;
und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt,
sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
(Jeremia 17,7f.)
Um Blühen zu können brauche ich eine Kraftquelle, mit der ich mich verbinden
kann – gerade in Zeiten der Dürre.
Für mich ist das Gebet eine Hilfe: Gott kann ich sagen, was mir Angst macht.
Ich kann ihm von meinen Sorgen erzählen. Manches klärt sich so in mir.
Manchmal hilft Bewegung, dass sich etwas bewegen und verändern kann:
Raus in die Natur, so wie Paul Gerhard es in seinem Lied empfiehlt (EG 503,8)
Ich selber kann und mag nicht ruh‘n,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinne.
Ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
Aufwachsen, aufblühen, Lebensfreude ausstrahlen…
Damit ein Menschenkind gut aufwachsen kann braucht es eine Gemeinschaft
von Menschen, die es liebevoll anblicken und freundlich mit ihm umgehen.
Nahrung für Leib und Seele und Geist. Wurzeln und Flügel.
Seit 1966 gibt es in der Grünewaldstraße die Kita „Hammerstätter Strolche“.
Generationen von Kindern sind dort miteinander aufgewachsen, haben mitein-
ander gespielt, gelacht und gesungen und
60 x Frühling und Sommer, Herbst und Winter erlebt.
Am Samstag, den 11. Juli feiert die Kita „Hammerstätter Strolche“ ihr 60-jähri-
ges Bestehen und wir gratulieren herzlich dazu!
Eine schöne Sommerzeit mit anregenden Begegnungen und Momenten des
Aufblühens wünscht Ihnen
Pfarrerin Stefanie Kögel

