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Zur Besinnung


Bild zur Meldung: An der Taufstelle am Jordan

Leben durch den Heiligen Geist - Leben mit Christus
Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt, den Armen gute Nachricht zu bringen und gebrochene
Herzen zu heilen. Ich soll alle Trauernden trösten und den Klagenden in Zion
Freude bringen. [aus Jesaja 61, 1-3]
Jesus Christus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme
zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr
sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.
[aus dem Evangelium für das Pfingstfest – Joh. 14, 18-19]
Liebe Leserinnen und Leser,
nach der Kreuzigung Jesu waren die Jünger und Jüngerinnen nicht nur
todtraurig und bestürzt, sondern orientierungslos. Sie waren damit in einer
ähnlichen emotionalen Lage wie Menschen, die nach vielen gemeinsamen
Jahren in einer Ehe oder Partnerschaft ihren liebsten Menschen verlieren.
Oder wie Menschen, denen der Boden unter den Füßen weggezogen wird,
zum Beispiel weil sie ihre wirtschaftliche Existenz verlieren. Oder wie
Menschen, die nichts mehr in ihrem Leben verlässlich planen können, was
uns jetzt aktuell wieder im Hinblick auf den Frühsommer trifft. Ich denke
an die Unsicherheiten im Blick auf die Konfirmation. Kinder, Jugendliche und
ihre Familien trifft die Corona-Pandemie besonders hart.
Schon im Alten Testament ist die Gabe des Heiligen Geistes mit der Kraft
zum Trösten verbunden. Echter Trost gibt Halt und Stabilität. Das bedeutet
entweder, dass jemand in der Lage ist, die Situation der geplagten
Menschen real und nachhaltig zu ändern - was in Bezug auf die Pandemie
zurzeit leider nicht in Sicht ist - oder sie wenigstens innerlich aufzurichten.
Jesus hat die Worte aus dem Buch Jesaja für sich und seinen Weg in Anspruch
genommen. Der Trost, den er geben kann, betrifft zunächst unsere
seelische Verfasstheit. Von daher bekommen wir Mut zum Leben und
damit auch die Kraft, nicht aufzugeben: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“
Letztlich stellt sich für Christinnen und Christen jeden Tag neu die Frage:
Vertrauen wir Jesus Christus auch dann, wenn es schwer ist?

Auch ich befinde mich seit mehr als einem Jahr in einem Wechselbad der
Gefühle. Manchmal bin ich einfach nur noch tieftraurig über die Situation.
Woran ich mich versuche zu halten ist der Trost, dass Gott sich in Jesus
selbst auf alle unsere Lebensumstände einlässt. Es ist ja der gekreuzigte
und auferstandene Herr Jesus, der sich mit mir und jedem getauften
Christen verbindet.


Ein Liedtext zur Konfirmation sagt es so:


Ich möcht’, dass einer mit mir geht,
der’s Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten.
Ich möcht’, dass einer mit mir geht.
Ich wart’, dass einer mit mir geht,
der auch im Schweren zu mir steht,
der in den dunklen Stunden mir verbunden.
Ich wart’, dass einer mit mir geht.
Es heißt, dass einer mit mir geht,
der’s Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten.
Es heißt, dass einer mit mir geht.
Sie nennen ihn den Herren Christ,
der durch den Tod gegangen ist;
er will durch Leid und Freuden mich geleiten.
Ich möcht’, dass er auch mit mir geht.
[EG 209]


Eine von Gott behütete und begleitete Zeit im Blick auf die
Konfirmation und auf Pfingsten
Ihr Pfr. Friedrich Jehnes